Ein Reisemonat ist jetzt vorbei und ich habe genügend Zeit meine Erlebnisse aufzuschreiben, da der nächste Reisemonat noch lange auf sich warten lässt. Eines kann ich euch jetzt schon sagen: Reisen ist wunderbar und tut Geist und Seele richtig gut. Reisen ist die etwas andere Droge!
Also um euch nicht all zulange auf die Folter zu spannen schieß ich gleich los.
Da mein Reisepartner Sebastian erst am vierten April in Buenos Aires ankommen sollte, aber ich bis dahin schon vier freie Tage hatte, beschloss ich, in die zweit größte argentinische Stadt zu gehen.
Der Name ist bestimmt einigen bekannt: Cordoba! Ich war ja mit Jan, dem Freiwilligen in Chilecito, schon in der Umgebung von Cordoba. So war ich hauptsächlich an der Stadt interessiert.
Aber joar, Cordobar hat was meine lieben Leser und Singels.
Ich bin in Cordoba angekommen und in die Innenstadt gelaufen um mir die alten historischen Gebäude anzuschauen. Den Placa Central und die nettesten Straßen. Ich war wirklich beeindruckt. Die ganzen schönen Studentinnen haben auch fleißig dazu beigetragen. Nach dem ich mit einem Argentinier gesprochen habe, wusste ich das Cordoba die Unistadt von Argentinien ist. Was die hohe Anzahl der jungen Studenten bestätigt. So habe ich auch erfahren, dass diese Stadt der Geheimtipp ist. Also sonst gilt „Mar del Plata“ als Stadt mit den schönsten Argentinieren, aber man munkelt, dass es Cordobar in Wirklichkeit ist.

Ich habe mich nur zwei Tage in Cordobar aufgehalten und trotz eingefangener kleiner Lebensmittelvergiftung einen guten Eindruck von der Stadt bekommen, und kann sie jedem Argentinienreisenden empfehlen!
Jetzt wo ich so nachdenke: Also eigentlich kann ich alles was Sebastian und ich besucht haben empfehlen. Sozusagen schreibe ich gerade ein riesiges Empfehlungsschreiben.
Am Nachmittag des zweiten Tages in Cordoba, gings meinem Magen-Darmtrakt und meiner Körpertemperatur nicht so gut. Aber da ich die plötzlich auftretenden Symptome schon von drei (währen meinem Argentinien Aufenthalt) Lebensmittelunverträglichkeiten kannte, habe ich mir keine Sorgen gemacht. Aber die fiebrige Busfahrt nach Buenos Aires war trotz alledem nicht so toll, aber ein Reisender kennt kein Schmerz!
Angekommen und nach einem ausführlichen Mittagschlaf im Hostel habe ich auch gleich Ward, einen Belgier kennengelernt. In den folgenden Tagen habe ich dann Ward ein bisschen Buenos Aires gezeigt. Viel Neues gab es nicht in Buenos Aires zu erleben, habe viel Englisch gesprochen und so ein bisschen meine Englischkenntnisse verbessern können. Außerdem gab es noch eine neue Bekannschaft.
Ich durfte eine neue Spezies in meinem Bett willkommen heißen. Sie heißt : Cimex lectularius
Auf deutsch: Bettwanzen. Ich bin irgendwann nachts aufgewacht und wurde von einer Kolonie Bettwanzen begrüßst. Sagen wir es mal so, es war abgefahren, weil ich erst gar nicht wusste was das für Dinger sind. Kakerlaken hab ich nach meiner ersten Befürchtung ausgeschlossen, da ich die ja von den Straßen in Mendoza kenne!
Nach erfolgreicher Verscheuchung wurde ich dann die Nacht zum Glück nicht von den kleinen Blutsaugern gestochen.
Am nächsten Morgen habe ich dann dem Hostelpersonal Bescheid gegeben und so wurden alle meine Sachen gewaschen. Weil ich sie ja vielleicht mitgebracht habe. War sehr gut, weil ich eh waschen musste. Aber ich war mir ziemlich sicher, dass ich keine 30 köpfige Bettwanzenfamilie in meinem Rucksack hatte, die sichs dann auch gleich unter meinem Stockbett eingerichtet haben.
Das gute war, ich bekam super saubere und wirklich soooo gut riechende Wäsche zurück!
Am folgenden Tag hat mich dann Sebastian in Schrecken versetzt. Er wartete in München vergebens auf den Flug nach Madrid und es war vorhersehbar, dass er den Anschlussflug nicht bekommen würde. Ich sah mich dann schon in der Weltgeschichte rumhetzen um unsere Flugtickets zu verkaufen, verschieben wie auch immer. Zu Glück gab es aber einen halben Tag später einen Flug von Madrid nach Buenos Aires. Sebi kam dann in den frühen Nachtstunden in Buenos Aires an anstatt in den frühen Morgenstunden. Völlig ausgehungert, Sebi total übermüdet, haben wir die Nacht auf den Flughafen verbracht.
Die nächsten Worte würde ich mir am liebsten ersparen:
Da man seine Freude über den Besuch und die schlussendliche reale Begegnung seines Freundes kaum in Worte fassen kann, hat man auch entsprechen viel zu reden. Vor lauter Aufregung und überhaupt, habe ich meinen Sombrero in dem Transitbus von Flughafen zu Flughafen vergessen. Leider auch nicht mehr aufgetaucht. Einziger Trost – Ein Ostergeschenk (und was für eins) für irgendeine unbekannte Person.
Ushuaia
8 Uhr morgens sind wir dann in ein Flugzeug von Aerolinas Argentina gestiegen. Der Anflug auf Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, soll wohl einer der schönsten Anflüge weltweit sein. Wir können das leider nicht bestätigen, da das Wetter total schlecht war. Regen, Schnee und viel Wind.
Was wir bestätigen können ist, dass man gespannt auf das zerschellen des Flugzeugs auf der Wasseroberfläche wartet.
„Ja! Toll! Sebi, schön dass wir uns so kurz gesehen haben“ waren meine Worte.
Wir sanken und sanken und das Wasser kam wirklich ungeheuerlich schnell näher. Dann zwei Sekunden das Land gesehen und aufgekommen. Spektakulär aber gut gelandet, vor allem total sanft ich war beeindruckt und erleichtert.
Und dann gab es auch schon gleich was zu lachen! Die Gesichter von denSicherheitsbeamten, allgemein dem Flughafenpersonal waren lustig. Man sieht ja auch nicht alle Tage einen Deutschen in Badehose und bei Schneefall. Umgezogen, die ersten Beweisfotos erfolgreich abgeschlossen, ging es auf in die Stadt zur Hostel Suche. Beim 2ten Anlauf hat’s auch gleich geklappt und es war sogar das billigste Hostel in ganz Ushuaia. Sebi hatte während seinen zwei Anreisetagen kaum was gegessen, was man ihm auch wirklich angesehen hat und ich war auch schon wieder hungrig. Wir zwei Jäger, sind also erstmals in einem Supermarkt jagen gegangen. Nudeln und Tomatensoße sollte die erste und auch die meist gegessene Mahlzeit während den kommenden vier Wochen sein.
Die jagt auf den Supermarkt, war super, denn die hat uns durch die ganze Stadt geführt. Ushuaia ist gar nicht sooo groß, aber sehr sehr schön und europäisch. Viele Markenläden gibt es dort, auch „billig“ weil Ushuaia und Puenta Arenas (in Chile) in der so genannten fränkischen Zone sind. Das heißt man zahlt keine Steuern auf die ganzen Sachen.
Ja am ersten Tag haben wir uns erstmals ausgeruht, war ja auch schon spätnachmittags als wir die Nudeln mit der faden Tomatensoße zu uns genommen haben.
Am nächsten Tag wurden wir dann mit einem bewölkten Wetter gegrüßt, und haben eine kleine Miniwanderung gemacht. Lustig war es alle mal:
Und es zeigte sich, dass die Sonne heraus kommen sollte. Also noch schnell eine Bootstour gebucht und noch was in den Magen gebracht. Als die Sonne heraus kam, hat man die wirkliche Schönheit von Ushuaia erkannt. Man kann das Gefühl gar nicht beschreiben das man hat, wenn man auf die Landschaft schaut. Man ist eigentlich nur ergriffen und schaut auf ein Postkartenmotiv!
Auf der Bootstour, hatten wir einen Argentinier als Guide, der sooo lustig war, schade das Sebi nicht alles verstanden hat, aber er hatte einen guten Übersetzer
Ausserdem haben wir auf der Tour Marie kennengelernt. Eine Mexicanerin. Sie war sichtlich begeistert von unserer Lebendigkeit und fand es urkomisch einen Deutschen zu treffen, der ein pur argentinsiches Spanisch spricht.
Die Tour die wir gemacht haben, haben wir über „Tres Marias“ gebucht. Das ist der einzige Tourenanbieter, der eine Lizenz zum Töten, ähh zum Aussteigen auf der Isla H hat. Die Isla H ist ein Naturreservat. Aber der Reihe nach. Wir sind auf einem kleinen Segelboot mit einer Gruppenanzahl von zehn Personen zu einer Insel gefahren, wo Seelöwen und Kormorane lebten. Das war auch echt verrückt.
Der Gestank, den die Tiere verbreiteten, war mindestens genau so verrückt. Wir sind auch echt richtig nah an die Insel herangefahren.
Und danach ging es zur berüchtigten „Insel H“. Auf der Insel haben wir auch Sebis Kamera warm geschossen. Haben in 45 Minuten ca. 500 Fotos geschossen.
Hier ein paar Schmankerl
Unser Guide konnte auch ein bisschen deutsch sprechen. Es war echt sehr lustig. Es stellte sich heraus, dass er ein mal im Jahr für vier Monate in Hamburg ist. Er hat dort natürlich eine deutsche Freundin!
Während dem vielen Witze reißen hat er aber auch total viel über Ushuaia und die Umgebeung und allgemein zum Feuerland erzählt.
Ich will euch natürlich nicht vorenthalten, was er über das Feuerland (Tierra del Fuego) erzählt hat.
Der Name Feuerland entstand aus einer recht lustigen Situation. Das obere Bild zeigt die Einheimischen, vor ein paar Jahrhunderten, noch vor der “Entdeckung” Feuerlands. Die Einheimischen, hatten nur einen Schortz an, wohlgemerkt bei fast durchgängigen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Deshalb, wenn sie nicht liefen, saßen sie immer gebeugt. Knochenbefunde zeigten, dass sie dadurch viele Knieprobleme hatten.
Bei Gefahr warfen die Einheimischen Rauch verursachendes Material ins Feuer, um andere zu warnen.
Die Ureinwohner waren natürlich nicht nur auf der Isla H, sondern über das ganze „Feuerland“ verteilt.
Jetzt stellt euch vor, was die Person, die auf einem Schiff, das erste mal an der Küste vom jetzigen Feuerland vorbeifuhr gesehen hat. Viele viele viele Rauchsäulen. Bestimmt ein erschreckendes aber zu gleiche beeindruckendes Bild. So entstand der Name Feuerland, Tierra del fuego.
Die nachfolgende Zeit war für die Einheimischen dann nicht so toll. Die „Eroberer“ haben natürlich unbekannte Krankheiten mitgebracht. Dadurch dezimierte sich die Anzahl der Ureinwohner innerhalb zehn Jahren sehr.
Das wurde uns auf dieser Bootstour erzählt.
Danach ging der Marsch durch das Naturreservat weiter.
Zusätzlich zu der beeindruckenden Vegetation kam dann noch der Sonnenuntergang. So was doofes aber auch ![]()
Es war eine wahnsinns Stimmung. Mit toller Sicht auf Ushuaia und die dahinter liegenden Berge.

Man wurde mal wieder sprachlos.
Nach der wirklich, wirklich tollen Tour, sind wir heiße Schokolade trinken gegangen und kurze Zeit später waren wir im Hostel.
Wir hatten vor am nächsten Tag im Parque National Tierra del Fuego zu campen.
Aber es sollte ein bisschen anders kommen.
Das Wetter am nächsten Tag lud nicht besonders auf ein (in diesem Fall) „Schneecamping“ ein.
So haben wir lange überlegt, was wir machen und wie es überhaupt weitergehen sollte. Wir beschlossen auf eine Wanderung in den National Park zu gehen.
Die Wanderung war wirklich unglaublich toll. Und der Park ist nun ja … wie so oft… unbeschreiblich. Die wahre Schönheit bei Sonne und blauem Himmel will ich mir gar nicht vorstellen!
Es hat sich auch echt als Glücksfall herausgestellt, dass wir nicht im Nationalpark gecampt haben. Unser Bus zum nächsten Stop ging nämlich schon morgens um sieben Uhr.
Punta Arens, hieß das Ziel. Ab nach Chile.
Punta Natales und fast Torres del Paine
Kurz vor unserer Abfahrt nach Punta Arenas nach Chile, haben wir Caroline und Christoph aus Sachsen kennengelernt. Nach eine paar kurzen „warm werd“ Minuten war uns klar, das die Busfahrt ziemlich lustig werden würde. Aber nicht nur die Busfahrt, denn mit den zweien aus Sachsen bildete sich eine Reisegemeinschaft. Wir vier blieben bis in das noch entfernte Bariloche zusammen. Doch erstmals teilten die Zwei uns ihre Reisepläne mit. Sebi und ich hatten andere Informationen zu den Busfahrzeiten von Punta Arenas nach Punta Natals. Wir dachten wir müßten noch einen Tag in der südlichsten Stadt des amerikanischen Kontinentes bleiben, aber Caroline teilte uns mit, es gäbe gleich einen Anschlussbus nach Punta Natales. Also schlossen wir uns dem Plan an!
Auf der Fahrt waren wir beeindruckt von der Landschaft. Wenn man die Ausläufern der Anden verläßt, sieht man gleich die unglaubliche Landschaft von Patagonien.
Weites unendlich weit erscheinendes Weideland.
Vom dem Bus aus war es soo toll anzuschauen. Bei einem Blick auf das Grenzschild wusste Sebi Bescheid.
Ein Fuß aus dem Bus raus und man versteht sein eigenes Wort nicht mehr. Es windet unglaublich stark.
Deshalb stehen hier keine Bäume!
Es war einfach ein super Gefühl! Luftig, um es zu beschreiben.
Es ging aber nach kurzer Zeit schon weiter auf unserer Fahrt. Nach verwirrenden 30 Minuten in Punt Arenas, sind wir abends um 10 in Punta Natals in einem Hostel angekommen.
Dann ging die „Tragödie“ los:
Von Punta Natales aus starten die ganzen Ausflüge in den Nationalpark Torres del Paine. Dieser liegt ungefähr 140 km von dem Städle entfernt und schmückt sich mit dem Titel, dass er wohl der schönste Nationalpark in ganz Südamerika ist. Da wollten wir hin.
Die gute Frau im Hostel sagte uns, dass Busse um sieben Uhr morgens oder um 14 Uhr dorthin fahren. Unser Plan war, dass wir endlich unser Zelt auspacken und den Chilenen zeigen, wie man richtig campt. Dazu mussten wir uns aber erst einen Topf zum Kochen kaufen.
Gesagt getan. Am nächsten morgen machten wir uns gemütlich auf. Nach unserem erfolgreichen Einkauf, machten wir uns auf die Suche nach einem Unternehmen, dass uns um 14 Uhr mit einen Bus zum Nationalpark fährt.
Nach längerem suchen, oder anders genannt: Nach längerem herumgeirre, haben wir die Suche beendet. Erfolglos!
-„Sebi, was machen wir jetzt?“
-“Joar keine Ahung“
- „ Okay wir versuchen zu trampen“
Also haben wir uns an den Straßenrand gestellt! Möglichst auffällig!
Was erst erfolglos schien, wurde zum Teilerfolg!
Wir sind bis zur Mitte der Strecke gekommen. Ein altes chilenisches Ehepaar hat uns mitgenommen.
Nun waren wir genau in der Mitte zwischen der Stadt und dem Nationalpark. Wartend. Zwei Stunden! Dann haben wir überlegt was wir machen. Wildcampen? Einen Topf hatten wir ja!
Aber das war uns dann auch zu unbequem. Wir warteten noch ein bisschen. Tatsächlich kam ein Bus um ca. drei Uhr nachmittags an uns vorbeigerauscht. Es gab also doch irgendeine Agentur die einen Bus hatte, der um 14 Uhr abfährt. Wir haben sie jedenfalls nicht gefunden!
Wir warteten weiter! Die chilenische Polizei wollte uns auch nicht mitnehmen.
Dann, dann , kam ein Auto. Aber aus der anderen Richtung und wir beschlossen, dass wir mit dem zurück fahren, bevor wir hier am Straßenrand das Zelt aufbauen mussten. So hatten wir einen kleinen kostenlosen Trip. Einen Eindruck von der Landschaft konnten wir uns machen.
Dann begann wieder alles von neuem. „Was machen wir jetzt“ und so weiter. Aber unser Entscheidung wurde uns erleichtert. Abends im Hostel trafen wir wieder auf unsere zwei Reisebegleiter, die aber mit dem Bus morgens um sieben Uhr los sind, für einen Eintagesausflug in den Park. Waren aber nicht soooo begeistert von der Tour. Dann kamen auch noch zwei andere Deutsche, die acht Tage dort gecampt haben, die erzählten, dass das Wetter nur Scheiße war und überhaupt alles nicht sooooo toll war. Damit war unsere Entscheidung getroffen, am nächsten Tag sollte es wieder nach Argentinien gehen. Nächste Station El Calafate! Tuuut Tuuut
El Calafate
Unsere Reise hat uns über Chile geführt, da in Chile die Buspreise um einiges billiger sind als in Argentinien. Aber dazu etwas später mehr.
Mittags um drei Uhr waren wir in El Calafate, die berühmte Touristenstadt. 80 Kilometer außerhalb von Calafate befindet sich der einzig wachsende Gletscher. Der Perito Moreno Gletscher. Laut Erzählungen reicht er von den Viertausendern bis runter zum Lago Argentino. Muss also ein gutes Stück zurücklegen. Wir waren super gespannt. Am nächsten Tag sollte es los gehen.
In Calafate angekommen, wurde unser Gepäck Wort wörtlich aus dem Bus geschmissen und als wir ausgestiegen waren, lagen die Gepäckstücke neben dem Bus. Wruuummm und schon was auch der Bus wieder weg, als der letzte ausgestiegen war. Kurz sortiert und auf ging’s zum Hostel.
Wir waren im Hostel „America del Sur“, zu viert haben wir ein vierer Zimmer bekommen mit eigenem Bad! Ein ganz neuer Luxus.

Wir haben unsere Sachen einfach im Zimmer gelassen, abgeschlossen und haben uns zu Stadtbesichtigung aufgemacht.
Eine kleine Überraschung gab es dann wieder beim Hosteleingang. Vor der Rezeption gab es ein kleines Räumlein wo man doch bitte seine Wanderschuhe abstellen sollte, um den Boden nicht dreckig zu machen.
Ja wo waren eigentlich unsere Wanderschue?
-“Sebi hast du unserer Wanderschue?“
- „Ne ich dachte die hast du!“
-“Wo haben wir die eigentlich hineingepackt!“
-“Die hatten wir in der roten Rewe-Tasche“
Ja wo war die praktische Rewe-Tasche? Wir hatten geistliche Unterstützung von den Zwei aus Sachen und konnten uns beim besten Willen nicht daran erinnern, dass die Tasche mit ausgeladen wurde.
Auf zur Oficina der Busgesellschaft. Dort habe ich die freundlichste Frau auf der ganzen Welt getroffen die sofort alles organisiert hat und wir hatten unsere Schuhe gleich in den nächsten 20 Minuten wieder.
Naja das wäre der Idealfall gewesen. Ich hab das erste mal auf castellianisch geflucht, weil die Frau eine totale Spinatwachtel war. Die hat bei allem die Augen verdreht und war auch nicht sehr kompetent. Wenigstens hat sie uns dann gesagt , bei all den „Umständen“ die wir ihr bereitet haben, das der gleiche Busfahrer mit dem Bus am nächsten Tag zurück nach Punta Natales fährt. Wir sollen morgen früh kommen und dann schauen was passiert.
Sind früh gekommen haben geschaut was passiert:
Der Busfahrer ,der reichlich kompetenter war als diese Gurke im Büro der Busgesellschaft, hat uns schon von weitem angegrinst. Ja für uns war es ja nicht so lustig. Die Wanderschuhe waren beide „neu“, Sebi hat seine Schue eine Woche vor der Reise gekauft. Wenn diese weggewesen wären, wäre es einfach ein totaler Reinfall gewesen.
Aber wars nicht. Die Schuhe waren noch im Bus. Der liebe Busfahrer hat sie wohl übersehen als er das Gepäck „entladen“(rausgeschmissen) hat. So schnell wir er dann weg war haben wir die Tasche aus den Augen(aus dem Kopf) verloren.
Glücklich haben wir uns dann auf den Weg zum Perito Moreno Gletscher gemacht. Mit Wanderschuhen!
Auf der Fahrt, haben wir gedacht, dass das Wetter verrückt gut wird. Der Sonnenaufgang was spektakulär.
Doch wir sind in die totalen Wolken rein gefahren. Von weitem dann konnten wir den Gletscher sehen. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind! Für mich war es mit eines der Highlights. Endlich waren wir da.
Man fiebert das ganze Jahr auf die Reise hin und dann irgendwann ist es so weit. Ich war an den Orten wo ich schon immer hinwollte in Argentinien. Es war ein tolles Gefühl. Mir hat es ja schon gereicht den Gletscher von Weitem zu sehen. Aber nein, der Bus ist immer näher gefahren. Dann konnte man auch noch irgendwelche Treppen runter laufen.
Da war ich. Da waren wir. Wir standen vor einer 70 Meter hohen Eiswand, wo ab und an was abbricht.
Das ist sooo verrückt, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Da steht man so vor einer meterhohen Eiswand. Es strahlt einem das bläulichste Blau aus den Eisspalten entgegen. Man möchte gar nicht mehr aufhören hinzusehen.
Dazu kommt, dass bei jedem kleinsten Geräusch wir uns immer ganz schnell umgedreht haben. Es könnte ja ein Stück ins Wasser fallen und darauf warteten wir ja.
Im Prinzip ist es ja nicht so spektakulär, wenn Eis ins Wasser fällt. Das ist ja wie wenn Wasser ins Wasser fällt. Naja, jedenfalls hat der Gletscher es gut gemeint mit uns und hat eine Kostprobe von dem gegeben was er kann. Da kracht es auf einmal und rummst, die Geräusche fahren einem durch Mark und Bein man schaut „Wo? Wo? Wo?“ schlussendlich sieht man „ein kleines“ Stück abbrechen. Dann klatscht ein Halbhaus großes Stück Eis ins Wasser . Kawutschhbuummkrachspliter Wasserfontäne! Geil!
Das war sowas geiles. Es war einem alles egal. Der Schneeregen dem man nur mit Windjacke entgegen eifert, dem Wind der einem um die Ohren bläst und Händle und Öhrle abfriere lässt.

Ich wollte den Gletscher zerbrechen sehen! Wir haben ihn angefeuert, aber das war vorerst alles.
Nach einer Stunde auf Eis schauen war uns der Regen und der Wind dann auch nimmer egal. Wir sind in das mega überteuerte Cafe gegangen um uns aufzuwärmen. Dort haben wir uns zu zwei „halb bekannten“ Schweizern gesetzt. Sie waren auch im Bus von Punta Natals nach Calafate.
Es war sehr lustig! Schlussendlich, nach zwei Stunden, haben wir unser wärme Reservat wieder aufgefüllt und das Lachreservat ausgeleert gehabt.
Wir hatten noch nicht genug vom Gletscher und das Wetter lies eine weitere Sicht zu!
Dann schauten wir wieder auf Eis. – „Da ein Spalt!“ – Ein Spalt ist jetzt ja auch nicht so was besonderes, wird es aber, wenn er immer größer und größer wird. Wir konnten uns gar nicht vorstellen was passiert, wenn tatsächlich dieses Stück, abbreche sollte. Ich hatte Angst das mein Kopf explodiert vor lauter Begeisterung.
Es war mit eines der wirklich geilsten und schönsten Dingen, die ich je gesehen habe. Es war so mächtig. Das Stück war enorm groß und ich war hin und weg. So ging es uns allen glaube ich!
Dann war es das auch schon wieder. Der Bus wartete schon. Für Außerirdische muss es glaube ich extrem witzig sein uns Menschlies dort zu beobachten. Langsam zurücklaufende, ja auch teils rückwärts laufende Menschen, die plötzlich wieder nach vorne zum Geländer rennen.
Schreckhaft haben wir uns umgedreht als es ein kleines Geräusch gegeben hat, schreckhaft als wollte der Gletscher uns ein Eiszapfen in den Rücken jagen.
Irgendwann waren wir dann im Bus. Sehr zufrieden!
Eine Stunde Fahrt und schon ging es weiter auf Proviant Suche. Tags zuvor haben wir einen Bus nach Bariloche (1800 Kilometer Entfernung) gebucht, der teils über Schotterpiste auf der antiken Routa 40 in den Norden fährt. Mein Traum!
Da der Abend der letzte Abend in Patagonien war, haben wir alle, zusammen mit den zwei Schweizern und den Lieben aus Sachen besprochen, dass wir schick patagonisches Lamm essen gehen.
Mehr als Worte beschreiben können. War gut! Aber das Lamm was ich in Tandil auf dem Campo von meinen „Gastgroßeltern“ gegessen hab war ein Tick zarter. Die anderen waren aber sichtlich begeistert. Ich kannte ja schon richtig gutes Lamm und das Argentinische Rumsteak.
Es war ein wirklich ausgesprochen schöner Abend
Nach dem Essen ging’s auf zum Hostel, um unser Gepäck abzuholen. Dort hat sich meine morgendliche Vermutung, auf diesmal tatsächlich reale Bettwanzenstiche bestätigt.
Sie begannen zu jucken.
Letztes mal Mail gecheckt, alle benachrichtigt, dass man jetzt 29 Stunden im Bus sitzt und dann saßen wir auch schon im Bus. Es ging um ein Uhr nachts los.
Busfart nach Bariloche und der „Gestank“
Kaum war der Bus in Bewegung, waren wir auch schon eingeschlafen. Wir saßen ganz hinten, neben der Tür zum Klo. Ein wie soll ich es ausdrücken, „ungeschickter“ Platz.
Nach drei Stunden nämlich war der erste Stop, und es stiegen Kanadier ein. Ein Pärchen setzte sich auf die Sitze vor uns. Im Halbschlaf kaum mitbekommen, aber dann geschah es.
Das weibliche Wesen des Paares vor uns, ging aufs Klo.
Ungewöhnlich lange für vier Uhr Nachts. Schlussendlich öffnete sich nicht die Klotür, sonder ein Tor zu einem Schwefelvulkan, der mächtig am brodeln war. Hätte ich von Blumen geträumt, wären sie in sekundenschnelle verwelkt gewesen. Was aus dem Vulkankrater herauskam, war nicht menschlicher Herkunft. Aus dem Halbschlaf ist gar kein Schlaf geworden.
Das war echt heftig. Nach diesem “Gewitter” haben wir mitbekommen, das sich alle Kanadier erstmals zwei Schlaftabletten reingedonnert haben. Uuuunnd schon waren sie auch im Koma.
Jetzt könnt ihr euch ja vorstellen, was passierte. Alle paar Minuten, entschlüpfte dem Wesen vor uns ein „Windchen“. Wir befanden uns im Krieg.
Wir und die hintere Bushälfte wurden nicht verschont. Sie war einfach innerlich verwest.
Das war eines der „Highlights“ der Busfahrt. Irgendwann konnten wir dann auch wieder durch die Nase atmen und hatten keinen säuerlichen Geschmack im Mund.
Morgens hatten unsere Sehorgane einiges zu tun. Der Sonnenaufgang und die Landschaft war einfach wunderschön.
Hier ein paar Bilder von der ganzen Fahrt und von den Stops:
Patagonien ist einfach wunder schön. Ich weiß eigentlich nicht warum es mich sooo faziniert. Wir haben 1800 Kilometer die „gleiche“ Landschaft gesehen. Nach und nach wurde es nur ein bisschen grüner. Im großen und ganzen haben wir nur unendlich Weite, gelbe Wiesen gesehen, unendliche Weiten, auf der rechten Seite fast das gleiche Schauspiel nur mit anschließender Sicht auf die schneebedeckten Anden.
Es ist einfach wunder wunder schön.
Von Seiten der Busfahrer gab es dann noch einen kleinen Patzer. Irgendwann gab es Abendessen, aber es blieben die letzten sieben Reisenden übrig, unter anderem auch Sebastian und ich.
Es haben sich glaube ich alle sieben Hungrigen zwei mal beschwert, so das der Busfahrer 14 mal wusste, das wir auch Hunger hatten.
Nach einem zwischen Stop in einem kleinen Städtchen, wurde dann nochmal gemeckert und als wir weiter gefahren sind, kam auf einmal der zweite Busfahrer mit unglaublich riesigen und richtig leckeren Sandwichs. Jetzt waren alle anderen im Bus auf unserer Essen neidisch. Einen Nachtisch haben wir dann auch noch bekommen, einen Trippel Dulce de Leche Alfajor. Sebastian war sichtlich begeistert. „Man die Sandwichs waren ja voll lecker!“
Am nächsten Morgen war dann auch schon Bariloche in Sicht.
Bariloche
Bewölkt war es als wir ankamen doch das lies uns nicht davon abhalten einen Spaziergang am riesigen See Nahuel Huapi zu machen. Man kann ja auch nicht alle Tage von sich behaupten, dass man mit 15 Kilo auf dem Rücken in Bariloche, das in Südamerika zu finden ist, das wiederum auf der anderen Seite des Atlantiks ist, spazieren gegangen ist.
An dem Ufer trafen wir auch gleich einen Freund
Wir haben vermutet das er Hunger leidet wie wir in dem Bus, denn er ist uns gut zwei Kilometer hinterher gefolgt, geflogen oder gewatschelt.
Dann begaben wir uns auf die Suche nach einem Hostel. In unserem Reiseführer stand, dass es ein einziges Hostel gibt, das direkt am Ufer liegt. Das haben wir gesucht.

Wir haben es gefunden, haben eingecheckt dannach Bariloche unsicher gemacht.
Im dem Reisebüchlein stand auch, dass es die argentinische Schweiz ist. Das hat auch seinen Grund, denn in den nächsten Tagen, was wir so gesehen haben, hat man öfters mal gedacht: „ Hey das ist doch die Schweiz.“ Die vielen, für Bariloche berühmten, Schokoladenläden haben auch mächtig dazu beigetragen.
Nach der ersten Erkundung und dem ersten Einkauf, den ersten Informationen über mögliche Wanderrouten und Trekkings machten wir es uns den Rest des Tages gemütlichen. Siesta und gutes Essen. Genial!

Endlich konnte ich mal wieder richtig viel Spanisch sprechen. Die Hostelbesitzerin war echt super lustig. Ich hab sie dann auch gleich gefragt, ob sie Bettwanzen hier im Hostel haben, denn es ist nicht wirklich lustig, von denen gestochen zu werden. Sie war super freundlich und hat gleich bei einer Apotheke angerufen um auszukundschaften, was man gegen den Juckreiz machen kann. Dann hat sie auch noch gesagt, dass man unsere Wäsche waschen muss. Das Theater kannte ich ja von Buenos Aires. Aber in Buenos Aires lief alles ein bisschen reibungsloser ab.
Ich sagte das ich die Wäsche, zu mindestens ein paar Sachen, morgens wieder brauchte weil wir auf Tour gehen wollten um endlich mal zu zelten. Alles kein Problem hatte sie gesagt und am nächsten Tag mussten wir auf den „uns zum Berg bringenden Bus“ rennen, weil sich meine Wäsche verspätet hat.
Die restlichen Sachen sollten dann am nächsten oder übernächsten Tag fertig sein. Wir ließen nämlich die meisten Sachen im Hostel, um unser Gepäck zu erleichtern.
Dann sind wir auf 1700 Meter ufi gewandert und sind richtig kaputt und erschöpft angekommen.
Zelt aufgeschlagen und Spagetti mit Tomatensoße gekocht. Sicher war, dass es eine sehr sehr kalte Nacht werden würde. Doch es war die Anstrengung wert. Dort wo wir waren, war ein Refugio aufgebaut. Dort konnte man teuer in einem Matrazenlager übernachten oder eben für umsonst Campen.
Eigentlich müsst ihr nur auf die Bilder schauen um zu wissen, wie schön es da war und was es für eine Stimmung war.
Morgens, nach der sicher kalten Nacht, haben wir erstmals ein bisschen Eis vom Zelt abgekratzt. Es war also noch kälter als befürchtet.
Doch Sebi und ich wir froren nicht, wir zitterten uns warm. Reisende kennen keinen Schmerz!!!

Es ging weiter nach dem die Sonne über den Berg schaute. Die Route, die wir dann bestiegen, war spektakulär. Es stand in dem Wanderplan, dass es ein „medium“ schwerer Weg ist. Das heißt ein mittelschwerer Weg. Wir hatten zwar keine Probleme, auch mit unserem Gepäck nicht, aber für „mittelschwer“??? Das war ein bisschen untertrieben.
Auf halber Strecke, knapp vor der 2500 Meter Grenze, haben wir uns von Christoph und Caroline verabschiedet. Sie gingen einen anderen Weg. Ich hatte ein ungutes Gefühl. Der Weg ging weiter in die Berge rein und man hat, wenn man einen Leistenbruch hat, den ja auch immer im „Hinterkopf“. Also sind wir wieder etwas in das bevölkerte Gebiet vorgedrungen. Was sich auch als gut erwies.
Das Wetter sah auch gar nicht einladend aus und meine Befürchtungen haben sich bestätigt. Am nächsten Tag lag Schnee und es hat geregnet.
Aber eben erst am nächsten Tag. Wir haben nach dem Abschied den wohl besten Blick über Bariloche und die Seenlandschaft gehabt. Wir waren auf dem Berg „el Catedral“.
Auf dem Gipfel wurden wir auch echt fast um geblasen. Aber es war ein toller Ausblick, und ein unbeschreibliches Gefühl da oben!
Dann ging es über das Skigebiet von Bariloche Berg abwärts. Spät nachmittags sind wir dann angekommen, völlig ausgehungert! Haben ja den ganzen Tag nichts gegessen!
Angekommen im Hostel, waren unsere (für dieses Trekking nicht benötigten) Klamotten dann immer noch nicht gewaschen. Das hatte zur Folge, dass die liebe Hostelbesitzerin ein ganz schlechtes Gewissen bekommen hat und sagte, dass wir das waschen nicht bezahlen müssen.
Für mich und Sebi ging es dann wieder los ans Routen planen. Was ist das nächste Ziel?
Es war Villa de Agostura!
Villa de Agostura und San Martin de los Andes.
Nach dem Aufstehen ging es dann auch schon gleich weiter.
Ich muss sagen, die „Routa de los siete lagos“ übersetzt: Die Straße der sieben Seen, ist eine der schönsten Strecken die ich jemals mit dem Bus gefahren bin. Es ging teils durch die Andenlandschaft mit vielen Seen und den roten und grünen Bäumen dazu wieder die gelben Grasbüschel. Es war einfach wundervoll.

In Villa de Agostura angekommen wurde wieder ein Hostel gesucht und am nächsten Tag ein bisschen die Stadt erkundet und der berühmte Strand. Villa de Agostura gilt als eine der schönsten Städte. Fand ich gar nicht, aber das lag daran, wie ich später raus gefunden hatte, das ein Vulkan in Chile alles veraschte. Deswegen war meine Sicht „verraucht“
Mittags ging es weiter zu „San Martin de los Andes“. Das liegt am Parque National Lanin. Wo der wohl schönste Vulkan der Welt zu finden ist. Wir wollten aber zu den heißen Thermalquellen die auch in dem Park waren.
An der Touristeninformation angekommen, war nur ein Schild aufzufinden, dass verlauten lies Informationen wären in der Parkverwaltung zu finden. Auf zur Parkverwaltung!
Begrüßt mit etwas skeptischen Blicken Seitens der Parkverwaltung wurde uns erzählt das es hier nichts zu sehen gibt. Die Saison ist vorbei, es fahren keine Busse und wir seien zu spät.
Die lang ersehnten Thermalquellen rückten in die eisige Ferne. Doch wir waren nicht alleine, ein Pärchen aus Dresden wollte auch was vom Nationalpark sehen. Wir schlossen uns zusammen und überlegten, was wir tun könnten.
Die Idee ein Auto zu mieten lag nicht fern und an der Ecke war auch schon eine Autovermietung zu sehen.
Ein Tag, 200 Freikilometer und für vier Personen recht billig. Wir konnten es auch sofort mitnehmen und sollten das Auto am nächsten Tag um sieben Uhr wieder unversehrt abgeben. Also auf gings zum Einkaufen. Ein neuer Topf musste her, den alten Topf hatten wir natürlich in Bariloche im Hostel liegen lassen.
Nach einer spektakulären Fahrt durch den Wald mit Sandweg, auf der Suche nach einem Campingplatz, haben wir irgendwann in der finsteren Finsternis im Wald unsere Zelte aufgebaut.
Noch kurz Spagetti mit Tomatensoße gekocht und diesesmal richtig gut, ohne zu frieren im Zelt geschlafen. Morgens war die Überraschung recht groß. Wir waren in einem echt schönen Waldstück.
Schnell zusammengepackt und auf ging es auf einer noch spektakuläreren Straße, zu den Thermalquellen. „Oh nein ich muss ein neues Auto kaufen“ ging mir zweimal durch den Kopf als der Matschboden das Auto von unten massiert hat. Der Rückweg sollte noch spannender sein, denn es fing an zu Regnen. Angekommen, wartet noch ein einstündiger Fußmarsch auf uns.
Und endlich, endlich sahen wir Wasserdampf. Wir waren sozusagen am Tor der heißen Quellen angelangt. Dort fanden wir ein Schild mit allen möglichen Anweißungen.
Man solle doch nur 15 Minuten Baden.
Man solle doch viel Wasser trinken.
Man solle doch was zum Essen dabei haben.
Man solle sich erst ausruhen, bevor man ein Bad nimmt.
Wir haben bewiesen, dass man drei Stunden, ohne Wasser und ohne Essen in den Thermalquellen sitzen und danach noch zurück laufen kann.
Es war sooo entspannend. Sämtliche Muskelverspannungen lösten sich auf und schwammen davon.
Vor allem war es auch echt richtig heiß.
Doch schon in der folgenden Nacht, begrüßten uns die Verspannungen auf ein Neues.
Für mich war es der schlechteste Nachmittag der gesamten Reise. Der erste richtige Tiefpunkt. Verfluchtes San Martin de los Andes. Wir kamen mit dem Mietauto zum Glück gut an und keine Schäden wurden bemängelt. Es war ein bisschen dreckig, aber sonst voll in Ordnung.
Da wir keinen Plan hatten, wie es weiter ging, haben wir überlegt was wir tun konnten. Die Welt lang uns doch zu Füßen!
Doch nicht in dieser Stadt. Die Busfahrzeiten sind eine totale Katastrophe und wir saßen mehr als vier Stunden am Internt und haben nach Busrouten, Preisen und Plänen gesucht. Der ursprüngliche Plan war ja, dass wir von San Martin de los Andes nach Chile gehen und dort den Süden bis hoch nach Santiago anschauen. Das Problem war nur, dass wir keine Infos über Chile hatten. Ein Reisebuch konnten wir auch nicht auftreiben und so gingen die Überlegungen los, was wir alles machen könnten. Gleich nach Mendoza hoch und dann nach Salta, zurück über Cordoba zuletzt dann Buenos Aires? Das wäre Teuer gewesen. Dann schauten wir wieviel ein Bus hoch in die Atacama Wüste kosten würde, aus Spaß. Das war eine Überraschung. Es war der gleiche Preis, wie wenn wir sofort zu meiner Gastfamilie gefahren wären, aber für die doppelte Distanz.
Also war die Sache gebongt. Wir sind ja ein bisschen verrückt. Für knapp 3000 Kilometer und zwei Tage im Bus haben wir 70 Euro gezahlt. Das war es auch definitiv Wert.
Doch erst mussten wir jetzt von zwölf Uhr Nachts bis morgens um sechs auf den Bus warten nach Chile. Wir wurden aus dem Terminal verscheucht und warteten draußen. Ein Hostel wollten wir uns für diese sechs Stunden nicht gönnen und man sagte uns, dass es am Terminal sicher sei und einen Aufpasser gibt.
Der Aufpasser hat dann auch gemütlich angefangen das Terminal zu säubern und ein bisschen zu kehren. Wir schauten zu und froren dolle. Da wir ja aber unser Camping Zeugs dabei hatten und immer eine Notfall-ich-tu-frieren-wärm-mich-auf-Suppe dabei hatten, ging es ans Wasser erhitzen.
Dann wurden wir von drei Betrunken nach Zigaretten gefragt, aber auch schon wieder in Ruhe gelassen. Der Aufräumer war dann fertig und hat uns dann freundlicherweiße ins warme Terminal gelassen. Nach einem interessanten Gespräch, wusste er was die Banco de Alimentos ist und was wir machen. Wir wussten dann, dass er für uns eine Ausnahme machte und er normalerweise keine Reisenden ins Terminal lässt.
Danach zeigte sich mein unheimliches Supertalent von Neuem. Während Sebi, die ganze Nacht auf war, konnte ich wie immer überall schlafen. Kurz vor sechs Uhr, bevor der Bus abfuhr, wussten wir schon gar nicht mehr was ein Thermalbad ist und dass wir vor kurzem eins genommen hatten.
Atacaaaaaammma Wüste!
Die Fahrt ging direkt an dem Vulkan Lanin vorbei…
… und gleich danach, nach dem wundervollen Sonnenaufgang, waren unsere Reisepässe einen Stempel schwerer.
In den zwei Tagen war ich ein bisschen von dem Landschaftsbild von Chile enttäuscht. Auf einem Zwischenstopp konnten wir uns mit Proviant versorgen und da war ein typischer chilenischer Markt. Leider habe wir versäumt Bilder zu machen.
Danach ging es weiter über die chilenische Hauptstadt Santiago de Chile und danach direkt nach San Pedro de Atacama. Von Santiago aus, waren es genau 24 Stunden in die Wüste. In diesen 24 Stunden, waren wir geplagt von Durst und Hunger, es gab nur ein Brötchen. Wir wussten nun, dass die argentinischen Busse eindeutig mit besserem Essen punkteten.
Bei der Rückfahrt wussten wir jedenfalls Bescheid.
Ich war ja schon soo aufgeregt. Die Atacamawüste! Da wollte ich ja schon immer hin! Wer denn nicht. Jedenfalls waren die letzten drei Stunden vor der Ankunft die 70 Euro Wert.
Ahh ich war ja so aufgeregt. Ich hab einfach noch nie so etwas gesehen. Ausgestiegen in der Wüste, trafen wir auch gleich auf Linda, eine außergewöhnlich lebensfrohe und bunte Persönlichkeit. San Pedro de Atacama ist eine Touristadt wie wahrscheinlich keine andere.
Alleine die Anzahl von 80 Hostels lässt ahnen, wie oft die Touriziele besucht werden, dementsprechend hoch waren die Preise. Wir waren darauf nicht vorbereitet.
Nach hin und her, wussten Sebi und Ich: den Touristress tun wir uns nicht an. Wir werden ein Auto bei Europcar mieten. Was richtig teuer war zu zweit. Linda wusste von diesem Plan, aber war in einem anderen Hostel, aber wir trafen sie während unserem Versuch, wildfremde Reisende davon zu überzeugen, mit uns mit zu fahren. Das Problem war aber, dass alle schon Touren gebucht hatten. So auch Linda, aber Linda war lässig, und sagte und zu.
Wir sind natürlich dann gleich wieder aus dem Hostel ausgecheckt, weil es gleich am Tag noch los gehen sollte. Wir hatten aber eine Dusche mehr als nötig. Es war aber noch nicht so schlimm, dass Blumen verwelkten.
Chilen, sind aber auch sehr sehr freundlich, so durften wir im Hostel in dem unsere weibliche Begleitung „noch“ untergebracht war duschen. Eine Wohltat für uns und die Umwelt.
Während wir in dem Hostel waren, schloss sich noch Eugen an, ein Reisender, der begeistert von unserer Idee war.
Also waren wir zu viert. Die Gemeinschaft des Autos.
Nach kurzem sortieren, einkaufen und festlegen, dass Sebi fährt, ging es los. Wir peilten eine Salzlagune an. Lago Cejar nannte sich, der mitten in der Salzwüste sich befindende, Salzsee.
Das Wasser war nur 30 Centimeter hoch, aber wir mussten gar nichts tun und berührten den Boden gar nicht. Wir schwebten auf dem Wasser.
Ein Salzwüste ist toll und die Fotografierlust war dementsprechend groß!
Danach wollten wir zu Thermalquellen, die auf dem Weg zu den berühmten Geysiren lagen. Es war schon Nacht und die Verwirrtheit in der Dunkelheit war sehr vorangeschritten. Nach zwei Stunden Fahrt auf unbekannter Straße und Müdigkeit beschlossen wir, dass wir kochen und dann die Nacht im Auto verbringen. Puhh ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie kalt es war. Die Geysiren liegen auf ca 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Die zwei Stunden die wir gefahren sind, sind wir nur Berg aufgefahren und waren weit über 4000 Metern, denn am nächsten Morgen sind wir nur Berg abgefahren und waren dann bei den Geysiren.
Die Nacht war eigentlich keine Nacht, wir froren nur und wurschtelten herum, wie wir uns hinlegen konnten. Dann bildete sich nach drei Stunden langsam eine Eisschicht an den Fenstern. Wohlgemerkt von Innen.
Morgens waren die fünf Liter Wasserbehälter zur Hälfte gefroren und die Bananen haben diesen „Frost“ auch nicht überstanden. Nicht mal mehr zum schlotzen eigneten sie sich.
Ausgeruht
sind wir dann um halb fünf Morgens die restlichen 40 Kilometer zu den Wasser spuckenden Löchern gefahren.
Waren dann recht früh da und haben auf das erste Licht gewartet.
Wir warteten drei Stunden, bis die Sonne über den Berg reichte
Danach ging es zurück nach San Pedro de Atacama um dort das nächste Essen einzukaufen (bei der Rückfahrt gab es Nudeln mit Tomatensoße, aber dieses mal waren sie süß).
Wir waren sehr fasziniert davon, was wir in der Nacht nicht gesehen haben
Auf dem Weg zurück, sahen wir dann Mitten im Feld ein Auto feststecken. Nach einem kurzen Fußmarsch waren wir beeindruckt, wie tief man feststecken kann!
Nach dem Tanken ging es dann weiter auf der Suche nach Flamingos auf der Routa, die direkt nach Argentinien führt. Wären wir auch über die Grenze gefahren, hätten wir nochmal Bilder von der Salzwüste machen können in der ich schon den Ausflug von Salta aus gemacht habe. So schließt sich der Kreis.
Es gibt nicht viel zu sagen. Aber mit Abstand war es das Schönste was ich jemals gesehen habe.
Mein persönliches Highlight auf der Reise. Natur formvollendet.
Dann war da ein See, der war ganz schwarz. Sah unheimlich tief aus und ich dachte da müssten wir hin. Sebi konnte Gedankenlesen oder so, denn schon standen wir am Ufer. Aber es war einfach nur schwarzer Sand. Das Wasser war nur 20 Zentimeter tief und so waren die Schuhe von Linda und mir schnell aus. Mitten in einem See auf 4500 Metern Höhe. Ein unbeschreibliches Gefühl.
Wir watschelten so lange in dem kalten Wasser , bis wir unsere Füße nicht mehr spürten.
Danach machten wir uns auf den Rückweg.
Um halb zehn abends wurden wir mit einem Bus abgeholt und zu einer Sternenwarte gebracht.
Der kanadische Führer versuche zwanghaft lustig zu sein, manchmal haes geklappt manchmal nicht. Aber erklären konnte er richtig gut. Er hatte einen grünen Laserpointer, um auf die Sterne zu zeigen. Ich war überrascht wie gut das klappte. Dann hat er uns die neun Teleskope gezeigt.
Wir konnten Gaswolken sehen, Saturn und Mars und andere Sternbilder.
Abschließend gab es eine heiße Schokolade. Einer der schönsten Reisetage für mich ging zu Ende.
Nach dem Besuch der Sternenwarte verabschiedeten wir uns von Eugen. Er zog weiter nach Bolivien. Ein „kurzer“ Bilderaustausch von unseren gemeinsamen Stunden folgte und wir waren Einer weniger.
Wir übernachteten weit außerhalb von San Pedro de Atacama und froren diese Nacht nicht. Lag bestimmt auch ein bisschen an dem leckeren chilenischen Wein!
Wieder einmal hatten wir morgens eine Überraschung, als wir aufwachten.
Einen tollen Sonnenaufgang in der Wüste. Dann ging es auch schon weiter. Wir wollten eine große Rundfahrt fahren aber mussten erst aus der Salzwüste raus und die Straße finden. Nach vielen Stunden Fahrt, war die Straße auf einmal keine Straße mehr. Wir haben irgendeine Abzweigung verpasst.
Erst mal ein Müsli zum verdauen. War ja auch recht schön hier und Lamas gab es auch zum anschauen. Als wir auf die Uhr schauten, beschlossen wir zurück zu fahren, den wir wollten nicht noch eine „extra Prämie“ wegen Verspätung zahlen. Dieser Rundkurs war zu lange, wir machten uns auf, um Flamingos zu sehen.
Es war toll. Wir kochten und genossen die Ruhe. Wir waren von den zwei Tagen recht angeschlagen. Die Müdigkeit kroch langsam ans hoch und ein Bad wäre auch mal wieder angebracht gewesen.
Das letzte mal getankt und wir haben das Auto abgegeben. Wir hatten auch richtig Glück, denn es befand sich eine „Dusche“ in der Toilette von Europcar.
Das Duschen hat alles länger gebraucht als geplant und wir bekamen ein bisschen Zeitdruck. Der Bus zurück nach Santiago und für Linda nach La Serona fuhr um 19 Uhr ab. Wir wussten ja, dass es kein Essen im Bus gibt, also wollten wir noch kurz einen Happen essen gehen.
Mit viel Stress und sogar noch mit Proviant für die Busfahrt saßen wir mit gefüllten Mägen auf dem Weg in die Hauptstadt. Die Atacama Wüste hat uns mit einem spektakulären Sonnenabschiedsuntergang verabschiedet.
Wir befanden uns wieder 24 Stunden im Bus. Wir waren auch wirklich richtig müde, denn wir haben von zehn Uhr abends bis morgens alle drei durchgeschlafen. Wohlgemerkt im Bus.
Früh nachmittags sind wir in La Serona angekommen und es hieß Abschied nehmen von Linda. Wir hatten uns echt super gut verstanden und waren auf der total gleichen Wellenlänge. Ein Dank an Linda, die die Tage mit ihrem weiblichen Charme versüßt hat.
Aber die Kontaktdaten waren ja ausgetauscht und so blieb es tränenlos.
Weitere lange Stunden warteten auf Sebi und mich, aber nach ein paar Nickerchen waren wir um sechs Uhr am Hauptterminal in Santiago. Der Bus zur Weiterreise nach Mendoza war auch schnell gebucht und es blieben noch fünf Stunden übrig, die wir im Zentrum von Santiago verbrachten.
Ich war super erstaunt. Es hat mich total an Berlin erinnert. Alles super modern und sauber und ordentlich. Aber der Eindruck täuschte, wir sind ein gutes Stück gelaufen und waren irgendwann mal nicht mehr im Zentrum. Dann öffnete sich das altbekannte Gesicht. Viel viel Müll und viele nach Münzen fragende Leute.
Dann wurde es auch schon dunkel und wir suchten was zu Essen. Sebi wollte unbedingt in einen McDonals, weil es ja andere Sachen gibt als in Europa. Gut gespeist saßen wir dann auch schon im Bus, auf dem Weg nach Mendoza.
Ich hatte Sebi erzählt, dass es in Mendoza immer warm ist und nur ganz ganz selten kalt oder bewölkt ist und wenn es regnet, dass das eines der „Wunder“ in Mendoza ist.
Wir kamen an, es regente und war bewölkt und kalt. Wirklich sehr gut gemacht Mendoza. Vier Tage durfte Sebi Mendoza so kennen lernen und erst am letzten Tag, auf der Fahrt zum Bus nach Buenos Aires,von wo Sebis Flug fliegen sollte, schien die Sonne.
Während den vier Tagen machten wir die Touren, die ich in meinen zwei Ferienwochen im Januar gemacht hatte. Es war eher ein Reinfall, wegen des Wetters. Sebi hatte echt richtig richtig Pech. Meine Gastmutter sagte immer, dass er unbedingt wieder kommen muss, um Mendoza richtig kennen zu lernen. Recht hat sie!
Ja und das war unsere große Argentinien Reise. Ich bedanke mich bei Sebi, dass er mich ausgehalten hat. Wir hatten wirklich eine sehr sehr lustige Zeit.
Es wird wohl noch ein bisschen Zeit vergehen, bis ich realisieren kann, dass ich nun den Süden Argentiniens recht gut kenne. Aber diese unglaublich vielen Eindrücke muss man erst einmal verarbeiten und setzten lassen.
Aber auch einen Dank an alle die mir das hier ermöglichen. Ich kann es nicht oft genug sagen.
In zwei Monaten und drei Wochen bin ich schon wieder in Deutschland und bin gespannt, ob mich der Schlag trifft wenn ich wieder komme. Was ich bis jetzt sagen kann: Die Gefühle sind gemischt, ich freue mich unglaublich Heim zu kommen, meine Lieben zu sehen, endlich wieder mit meiner Band Musik zu machen und in den Mindelsee zu springen. Jedoch, werde ich wohl Argentinien nicht so schnell wieder sehen. Das heißt, dieses mal nehme ich von Menschen, die mir unglaublich ans Herz gewachsen sind, nicht nur für ein Jahr Abschied, sondern vielleicht für drei, vier oder mehr Jahre.
Klar ist, die letzte Zeit werde ich noch gut verbringen und geniesen.
So dann, liebste Grüße von einem mit Eindrücken vollgepumpten Manuel.




























































































































































































































